In Österreich studiert man umgangssprachlich das Recht (ius), in Deutschland die Rechte (iura). Betrachtet man das österreichische und das deutsche Privatrecht, so sieht man zwei voneinander unabhängige Rechtsordnungen (iura), die sich in gewisser Hinsicht mitunter aber doch wie eine (ius) verhalten: Die gemeinsame Tradition und die gemeinsame Sprache lassen Menschen und Ideen mit scheinbarer Leichtigkeit über die Grenze wandern. Die gleichen Faktoren erschweren aber die Beobachtung, wenn die Verpflanzung außerhalb ihres Ursprungskontextes einen anderen Charakter annimmt und vielleicht gar nicht passt. Darum ging die Tagung anhand einzelner Methoden, Institute und Personen der Beziehung zwischen österreichischem und deutschem Privatrecht insbesondere seit Entstehung des ABGB nach. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der historischen Einordnung der Lösungen und eventuellen Verbindungen zum jeweiligen Stand der romanistischen Dogmatik.
Die Tagung wurde durch Ass.-Prof. Priv.Doz. Dr. Lisa Isola, Universität Wien, und Univ.-Prof. Dr. Gregor Albers, Johannes Kepler Universität Linz, organisiert und fand am Montag. den 12. Mai 2025 an der Johannes Kepler Universität Linz, Uni-Center, Loft C und D